Die Schulter

Es ist schon einige Jahre her. Ich befand mich in einem Angestellten-Verhältnis.

Hier und da rieb ich mal meine Schulter, fast unbemerkt. Irgendwann verzog ich das Gesicht wenn ich meine Schulter rieb.

Es war die Linke.

Sehr lange dauerte es nicht bis ich begann festzustellen, dass ich Schmerzen in meiner Schulter habe. Ok - manchmal war es ein starkes Ziehen.

 

Und plötzlich hatte ich einen ständigen Begleiter - auf meiner Schulter - der Schmerz!

 

Ich habe die Schulter warm gehalten, gekühlt, eingerieben, geschont und gejammert. Finger begannen zu kribbeln und einzuschlafen. "Autsch - meine Schulter" war mein erster Gedanke am morgen und mein letzter am Abend.

 

Natürlich wusste ich nicht was der Schulter gut tun würde - ich hatte damals einen anderen Beruf. Also wartete ich solange, bis ich so verzweifelt war, dass ich zum Arzt ging. Das war immer die letzte Option für mich. Sie kennen das. 

Außerdem hatte ich ja nie Zeit (dachte ich), mich um mich selbst genauer zu kümmern.

 

Der Arzt  untersuchte mich gab mir Spritzen, Anwendungen und weitere Termine. 

Ich gab sehr viel Geld in Salben, Mittel und Produkte aus und schonte meine Schulter so gut wie nur möglich. Plötzlich waren Zeit und Geld da!

 

Schonen, Krankengymnastik und mehr - die Schulter schmerzte!!! Hilflosigkeit kam in mir auf. Panik und schlimme Gedanken. Was könnte ich nur haben??? Arthrose, Arthritis, Bandscheibenvorfall, Operation, ich bin doch noch jung - ich kann doch nicht in Frührente gehen!!!

 

 

Der letzte Satz ließ mich aus meiner "Totenstarre" aufwachen. Ich beschloss, dass sich etwas ändern muss. Also begann ich mich in den Schmerz hinein zu bewegen. Sehr langsam, peu a peu und mit bedacht - begann ich wieder meinen Arm zu bewegen. 

Es war nicht schön. Doch irgendwann bemerkte ich, dass ich meinen Arm wieder ein wenig besser bewegen konnte. "Mhhh...bin ich etwa auf dem richtigen Weg?"

 

Also weitermachen - und so langwierig wie der Schmerz kam, genauso langwierig verschwand er wieder.